Speak No Evil
In „Speak No Evil“ wird eine scheinbar harmlose Einladung zur Zerreißprobe. Louise und Ben Dalton verbringen mit ihrer Tochter Agnes einen erholsamen Urlaub in Italien. Dort lernen sie das britische Paar Paddy und Ciara sowie deren Sohn Ant kennen. Die entspannte Atmosphäre und die gemeinsame Zeit führen schnell zu einer Freundschaft. Nach der Rückkehr nach London erhalten die Daltons eine Einladung in Paddys abgelegenes Farmhaus. Sie nehmen das Angebot an und hoffen auf ein angenehmes Wiedersehen.
- Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
- Morten Burian, Fedja van Huêt, Karina Smulders (Schauspieler)
- Christian Tafdrup(Regisseur) - Christian Tafdrup(Autor) - Jacob Jarek(Produzent)
- Zielgruppen-Bewertung:Freigegeben ab 16 Jahren
Kaum angekommen, häufen sich merkwürdige Situationen. Paddy überschreitet Grenzen, und sein Verhalten wirkt zunehmend aufdringlich. Agnes bemerkt, dass Ant sich eigenartig verhält und etwas verbergen will. Louise und Ben beginnen zu zweifeln, doch ihr Wunsch, höflich zu bleiben, hält sie zurück. Als Agnes schließlich auf verstörende Hinweise stößt, wird die Atmosphäre bedrohlich. Doch sind die Daltons noch in der Lage, die Situation zu kontrollieren?
Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte
James Watkins führte bei „Speak No Evil“ Regie und verfasste das Drehbuch. Jason Blum und Paul Ritchie übernahmen die Produktion, während Danny Bensi und Saunder Jurriaans die Filmmusik komponierten. Die Kameraarbeit lag in den Händen von Tim Maurice-Jones, den Schnitt übernahm Jon Harris. Der Film ist ein Horrorthriller mit einer Laufzeit von 110 Minuten und einer Altersfreigabe ab 16 Jahren. In den Hauptrollen spielen James McAvoy als Patrick „Paddy“, Mackenzie Davis als Louise Dalton, Scoot McNairy als Ben Dalton und Aisling Franciosi als Ciara Field. Alix West Lefler verkörpert Agnes Dalton, während Dan Hough in die Rolle von Ant schlüpft.
Die Dreharbeiten starteten im Mai 2023 in Kroatien, bevor sie nach Gloucester verlegt wurden. Ein Streik der SAG-AFTRA unterbrach die Produktion Mitte Juli für mehrere Monate. Erst im November 2023 konnte der Film fertiggestellt werden. Der erste Trailer erschien am 10. April 2024 auf der CinemaCon, ein zweiter folgte am 24. Juli. Ursprünglich für den 9. August 2024 angekündigt, verschob sich der Kinostart in den USA auf den 13. September. In Deutschland lief „Speak No Evil“ am 19. September 2024 an. Bereits am 4. September eröffnete der Film das Fantasy Filmfest.
Handlung und Story vom Film „Speak No Evil“
Ben und Louise verbringen mit ihrer Tochter Agnes eine Auszeit in der Toskana. Während des Urlaubs lernen sie Paddy, Ciara und ihren Sohn Ant kennen. Ant spricht kaum, da seine Zunge nicht vollständig ausgebildet ist. Zwischen den Familien entsteht schnell eine freundschaftliche Verbindung. Paddy, der sich als Arzt vorstellt, lädt Agnes zu einer Vespa-Fahrt ein, was ihre Eltern nur widerwillig zulassen. Nach einigen gemeinsamen Tagen tauschen die Familien ihre Adressen aus. Zurück in London erreicht Ben und Louise eine Einladung, ihre neuen Bekannten in einem abgelegenen Landhaus in Südengland zu besuchen. Sie zögern nicht lange und nehmen die Einladung an.
Vor Ort erleben sie zunehmend merkwürdige Situationen. Louise, die kein Fleisch isst, wird von Paddy zum Probieren gedrängt. Agnes muss auf einer einfachen Matratze schlafen, während Ben und Louise ein schmutziges Bett zugewiesen bekommen. Ant wird von seinen vermeintlichen Eltern für Kleinigkeiten scharf getadelt. Zudem wird Ben im Restaurant ohne Vorwarnung dazu gebracht, die Rechnung zu übernehmen. Eines Nachts entdeckt Louise ihre Tochter im Bett von Paddy und Ciara. Beunruhigt überzeugt sie Ben, das Haus sofort zu verlassen. Agnes hat jedoch ihren Stoffhasen vergessen. Die Familie kehrt deshalb zurück, woraufhin Ciara um Verständnis bittet und sie zum Bleiben überredet.
Ein verzweifelter Kampf ums Überleben
Beim Spielen führt Ant Agnes in einen abgeschlossenen Kellerraum. Dort entdeckt sie Koffer, Schmuck und Fotos fremder Menschen. Ihr wird bewusst, dass Ant nicht der leibliche Sohn von Paddy und Ciara ist. Sie haben ihn und seine Familie einst in das Haus gelockt, seine Eltern ermordet und seine Zunge verstümmelt, um ihn gefügig zu machen. Weitere Gegenstände deuten darauf hin, dass die Täter dieses Muster bereits mehrfach wiederholt haben. Agnes berichtet ihren Eltern von der Entdeckung. Sie planen eine unauffällige Flucht, doch Paddy bemerkt, dass sie sein Geheimnis kennen. Er verhindert ihre Abreise und erklärt, dass sie ihm selbst die Kontrolle überlassen hätten.
Ein brutaler Kampf entbrennt. Louise setzt Paddy mit Säure außer Gefecht. Einen weiteren Komplizen tötet sie mit einem Hammer. Ciara stürzt vom Dach in den Tod. Als die Familie fliehen will, stellt sich Paddy ihnen erneut in den Weg. Ben schlägt ihn nieder, doch Ant beendet das grausame Spiel endgültig. Mit einem Stein schlägt er mehrfach auf Paddy ein, bis dieser reglos am Boden liegt. Die Familie verlässt das Anwesen. Draußen bricht Ant in Tränen aus. Sein Leid ist beendet, doch der Schmerz über das Erlebte bleibt.
Fazit und Kritiken zum Film „Speak no evil“
„Speak No Evil“ entfaltet seinen Horror langsam, aber unerbittlich. James Watkins inszeniert eine düstere Geschichte über soziale Zwänge und die Folgen blinder Höflichkeit. Anfangs erscheint Paddy als charismatischer Gastgeber, doch subtile Grenzüberschreitungen lassen schnell Zweifel aufkommen. Louise und Ben versuchen, unangenehme Situationen auszublenden, doch ihre Passivität wird zur größten Gefahr. Die Spannung baut sich konsequent auf, während kleine Irritationen in erschütternden Terror umschlagen. James McAvoy liefert eine eindrucksvolle Darstellung ab. Er wechselt spielend zwischen freundlicher Fassade und bedrohlicher Unberechenbarkeit. Die Kamera nutzt enge Bildausschnitte, um das beklemmende Gefühl der Eingeschlossenheit zu verstärken. Der Film setzt auf psychologischen Horror statt plumper Schockmomente und erzeugt damit ein verstörendes Seherlebnis.
Im letzten Drittel eskaliert die Geschichte und macht klar, dass es kein Entkommen gibt. Paddy und Ciara treiben ihr perfides Spiel auf die Spitze, während die Daltons verzweifelt um ihr Leben kämpfen. Besonders eindringlich bleibt der Moment, in dem Ant sein eigenes Schicksal in die Hand nimmt. Die Gewalt im Film ist hart, aber nie selbstzweckhaft. Vielmehr wirkt sie wie die unausweichliche Konsequenz einer unaufhaltsamen Spirale. „Speak No Evil“ hinterlässt ein beklemmendes Gefühl und fordert sein Publikum heraus. Die Grenzen zwischen Opfer und Täter verschwimmen, während das Finale lange nachhallt. Wer psychologischen Horror mit gesellschaftlicher Brisanz schätzt, wird hier auf unangenehme Weise fündig.